Jul 312015
 

Übersetzung eines Berichtes aus der Gourmet-Zeitschrift alacarta / Asunción / Paraguay

 

alacartaEin alter Zeitungsausschnitt

Das erste was ich dachte war, dass es sich um was Exzentrisches handelt, ein Zeitvertreib eines deutschen, der Kaffee aus dem Nichts macht. So wie in Asunción einige aus Enthusiasmus, Bier in ihren Garagen brauen, vermutete ich, dass in Altos jemand seinen eigenen Kaffee macht, um seine Kaffeemanie zu stillen.

Aber die Realität ist eine andere!

Gegenüber eines Hauses, aus dem Jahre 1915, so steht es auf einer Tafel an der Wand, erwartete uns Rolphie Coppens in seinem Laden. Auf der Theke waren die verschiedenen Sorten Kaffee ausgestellt, die ich bei Hebe gesehen habe, als Dekor ein Zweig einer Kaffeepflanze mit den roten Früchten.

(später erfuhren wir , dass in dem Haus gegenüber der berühmte Luis Alberto del Paraná geboren wurde)

Rolphie ist in der dritten Generation einer Familie der Kaffeeproduzenten, der deutschen Kolonisten in Altos und San Bernardino . „mein Vater produziert seit 50 Jahren Kaffee“ erzählt uns Rolphie. Das Aroma zieht durchs ganze Haus, sowie das eingeschaltete Radio, wo keiner mehr hinhört aber im Hintergrund immer läuft.

Erwin Weiberlen steht im fruchtbaren und bunten Garten, wie üblich im Inland von Paraguay, und schaut uns zu wie wir unsere Kameras aufbauen. „hier standen früher Kaffeepflanzen, ich habe einen Artikel aus ABC, aus dem Jahre 1977, wo alles beschrieben steht. Jedes Haus hatte im Garten Kaffeepflanzen, so dass man vom Haus kaum was sah!“, erzählt er.

Herr Weiberlen kam nach wenigen Minuten zurück mit einem Zeitungsausschnitt, schon ziemlich abgenutzt und kaputt, kaum lesbar; aber aus den überlebenden Resten kann man die Geschichte rekonstruieren.

Freitag, 27. Mai 1977. „Altos, die erste Kaffeekolonie“. Ein Erwin, Mitte vierzig, steht stolz neben seiner neuen elektrischen Röstmaschine. „es sind sehr wenig Familien die in ihrem Garten keine Kaffeepflanzen hatten“, schreibt der Journalist. Damals zahlten Käufer aus Asuncion Gs. 340,- für das Kilo Rohkaffee. Erwin Weiberlen verkaufte damals bis zu 1.000 Kg Kaffee. Das war das age d´or des altoser Kaffees, man sprach über Export, große Plantagen, über Industrie.

Aber die Geschichte beginnt nicht hier: der Journalist von ABC (leider steht der Name nicht dabei) zitiert einen Text der uns Hinweise gibt, um die Wurzeln des Kaffees aus Altos nachzuforschen, die zu den Gründungen der deutschen Kolonien führt.

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