Sep 282012
 

Gastartikel von Renate

Über den Tod spricht niemand gerne und doch ist er Teil unseres Lebens, wir fürchten diese Endgültigkeit, es ist schwer damit umzugehen und die richtige Einstellung zu finden, wie wir, die Hinterbliebenen, am Besten damit leben können. Ich muß vorausschicken, ich lebe auf dem Lande und in der Stadt mag vieles anders sein, doch ich denke das , woran unsere paraguayischen Freunde glauben ist überall gleich. Ich möchte Euch einen traurigen Fall schildern.

Die Mutter meines Patenkindes Rosalba ist 35 Jahre alt, hat außer Ihr (11 Jahre) noch Olga Mercedes (7 Jahre) und Cecilia (2 Jahre). Sie hatte auch ein Söhnchen Victor Thomas, er war auch mein Patenkind, welches im Alter von 9 Monaten unter tragischen Umständen vor sieben Jahren verstarb.

Wir hatten um 2 Uhr morgens ein Gewitter, es fing leise zu donnern an, dann kam ein Regenschauer, danach drei richtig laute Donner. Beim letzten knisterte es in unseren Steckdosen, es war halb drei Uhr und Thomas meinte noch, jetzt hat es in unsere Hauptleitung eingeschlagen. Genau in diesem Augenblick hat Sylvina Ihr Leben verloren. Sie wollte Ihre Wäsche abnehmen, obwohl sie sicher schon naß geworden war. Die Paraguayer spannen keine Wäscheleinen, sondern hängen die Wäsche einfach über den Zaun. In dem Moment als sie die Wäsche nehmen wollte hat der Blitz in die Hauptleitung eingeschlagen und ist auf den Zaun übergesprungen. Ich habe um 8 Uhr morgens die schlimme Nachricht erhalten. Ich konnte es gar nicht begreifen, zwei Tage zuvor hatte ich sie noch auf der Straße gesehen. Sie war ein fröhlicher, ruhiger, liebenswerter Mensch. Nun mußte ich diesen schweren Gang antreten. Hier in Paraguay ist es üblich seinen Schmerz rauszuschreien und ich erinnere mich noch gut, als wir erst kurz hier lebten, daß auch Klageweiber kamen. Der Verstorbene wird offen aufgebahrt, jeder berührt Ihn und schlägt das Kreuzzeichen. Die ganze Zeit wird er überall angefaßt und gestreichelt und zwischendurch wird gebetet. Am schlimmsten aber ist für mich das Schreien, jeder sagt was er alles mit dem Verstorbenen gemacht hat und was sie nun nie mehr machen können. Die ganze Nacht über wird Totenwache gehalten. Hier wird der Verstorbene am zweiten Tag beerdigt. Dafür wird am Friedhof ein Großes Rechteck oberhalb der Erde gemauert, wo der Sarg dann reingeschoben wird. Darauf kommt dann später ein kleines Häuschen, anstatt wie bei uns ein Grabstein; reichere Leute bauen ein Haus mit Regalen, wo die Särge aufbewahrt werden. In die Erde kommen nur Tiere….. Nun mußte ich morgens um 7 Uhr beim Haus von Sylvina sein, sie wurde in Ihr Elternhaus nach Capilla Que gebracht, dort nochmals aufgebahrt, damit Ihre Familie, Freunde und Nachbarn von Ihr Abschied nehmen konnten. Bevor der Sarg verschlossen wurde nahm Victor, Ihr Ehemann, seine Kinder an die Hand und sie haben gemeinsam Abschied genommen, die Mutter noch einmal berührt und Ihr eine Rose in den Sarg gelegt. Es waren viele Momente, wo ich dachte, jetzt halte ich das nicht mehr aus . Um 10 Uhr gingen wir dann alle gemeinsam zur Kirche. Davor standen Ihre ganzen Kollegen vom Krankenhaus auf der einen und die ganze Schüler von Rosalbas Schule auf der anderen Seite. Als wir auf die Kirche zugingen, ließen sie die Sirene der Ambulanz laufen. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Pfarrer hat nochmals über Sylvina gesprochen und ein Nachbar von Ihr hat Gitarre gespielt und wunderschön gesungen. Wir aus Mbatovi fuhren mit Bussen, Lastwagen; wo alles auf der Ladefläche mitfährt und Mopeds nach Capilla Que. Danach gingen wir alle zum Friedhof der auf einem Hügel liegt. Dort wurde sie noch einmal abgestellt,es wurde gebetet und jeder hat sich noch ein letztes Mal verabschiedet. Dann wird der Sarg in dieses gemauerte Grab geschoben und vor aller Augen zugemauert; nun liegt sie an der Seite Ihres kleinen Söhnchens. Die Verstorbenen kommen mit den Füßen voran ins Grab und Sylvina wurde so gebettet wie es bei uns üblich ist Ihre Schwägerin war so aufgeregt als ich fragte warum, sagte sie, sie läge verkehrt, die Füße müssen zuerst rein, damit sie langsam reingehen kann. Die Hände werden nicht gefaltet, damit sie bei der Auferstehung das Kreuz fassen kann um sich daran aufzurichten, deswegen steht das Kreuz nicht wie bei uns am Kopfende sondern am Fußende.

Man geht auch nicht schwarz gekleidet zur Beerdigung, alles ist erlaubt außer Rot, weil es die Farbe des Blutes ist. Am Tag nach der Beerdigung wird begonnen neun Tage lang zu beten. Es wird ein kleiner Altar aufgestellt in Form einer Treppe mit neun Stufen. Ein Kreuz steht auf der höchsten Stufe und unten ein Bild des Verstorbenen; und mit jedem Tag beten rückt das Bild eine Stufe höher. Am neunten Tag morgens fuhren wir zum Friedhof um das Kreuz aufzustellen denn am Nachmittag wurde zum letzten Mal gebetet. Das Kreuz wurde, da sie mit dem Kopf nach oben lag, am Fußende aufgestellt !!!!! Sodaß sie, wenn wir fertiggebetet haben, sich am Kreuz hochziehen und in den Himmel aufsteigen kann.

Sie verstarb am Sonntag den 9. September

 

Sep 242012
 

Das zweite Musikfest zu Ehren Luis Alberto del Paraná  wurde mit großem Erfolg bei uns in Altos gefeiert. Ich denke, die Bilder sprechen für sich und wünsche Euch viel Spaß beim Ansehen.

Sep 242012
 

Bei Christina wurde getanzt und natürlich durfte ich nicht fehlen. Marion und Rene haben die Musik zusammengestellt und es war mal wieder etwas anderes. Anja und Maikl haben ein kleines Tanzprogramm dargeboten und es war wirklich sehr schön. Beide sind ja in Deutschland Balletttänzer gewesen.Unsere Männer waren, wie fast immer, am Fuß, Bauch, Knie krank und mein Fotoapperat auch. Also somit kann ich Euch leider keine Bilder von Maikl und Anja zeigen, aber es kommt noch die Gelegenheit und ich werde es nachholen. Wir Frauen haben sehr fleißig das Tanzbein geschwungen und haben unsere armen kranken Männer zum Schluß noch gesehen. Es war ein gelungener Abend und sollte ab und an wiederholt werden.

Am Donnerstag, 27.9.2012 gibt es bei Boteco Christina, von mir höchstpersönlich gekocht, Linsensuppe aus dem Kessel

 

Sep 142012
 

Uwe Spindler aus Altos hat einen sehr interessanten Artikel über deutsche Auswanderer und dem deutschen Verein in Altos geschrieben.

Wer noch mehr Geschichten aus Altos meiner neuen Heimat weiß, möchte sich melden. Vielen Dank, ein wunderschönes Wochenende und ich umärmele Euch Alle  Siegrun

Natürlich würden wir uns freuen, auch aus anderen Gegenden von Paraguay Geschichten zu bekommen, als Gastartikel oder per E Mail

Sep 102012
 

Die ehemalige Gaststätte Caipi in Altos hat einen neuen Besitzer  und gestern war die Eröffnungsfeier. Jetzt heißt die Gaststätte  Che Lea    wir wünschen viel Glück und Erfolg.

 

 

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