Feb 032009
 

Die Mennonitische Weltkonferenz soll im Jahr 2009 in Paraguay ausgerichtet werden. Wenn auch die meisten Konferenzen in der Landeshauptstadt Asuncion ausgerichtet werden, erwar­tet man in den mennonitischen Kolonien des Zentralchaco viele Besucher aus aller Welt. In Neu-Halbstadt macht sich der Stadtrat Sorgen um ein schönes und sauberes Stadtbild, das man den Be­suchern vorzeigen möchte. In der Tat hat sich Neu-Halb-stadt, die „Hauptstadt“ der Kolonie Neuland, in den letz­ten Jahren zu einer respek­tablen Stadt gemausert. Die neu asphaltierten Straßen in der Stadt, die asphaltierte Zubringerstraße bis zur Transchaco-Fernstraße, die rege industrielle und Han­delstätigkeit der Kolonie -dies alles hat dazu beige­tragen, dass man kaum noch von einem Dorf reden kann. Nein, es ist eine im Allgemeinen schöne und schmucke kleine Stadt ge­worden.
Und doch gibt es eine An­zahl von Grundstücken im Stadtbereich, die nicht so sauber sind, wie es die Tradi­tion der mennonitischen Siedler vorschreibt. Zu Weihnachten wurde wohl ein wenig sauber gemacht, aber schon zu Jahresende sah man an vielen Stellen wieder Müll herumliegen.
Warum ist das so? „Nun“, sagt uns ein Bewohner der Stadt, „ich möchte nicht so gern davon reden, denn man wird dann gleich kritisiert, dass man andere diskriminieren wolle – aber es sind Zuwanderer, nicht die Mennoniten, die keine Blumen pflanzen, die den Zaun nicht in Schuss halten, die nicht jeden Tag den Bürgersteig fegen.“
Es handelt sich also um Lateinparaguayer, die zuge­wandert sind, um die guten Arbeitsmöglichkeiten in Neuland auszunutzen. Wenn sie genug verdienen, mieten sie oft ein Haus im Stadtbereich, auch um dort vielleicht einen Laden zu betreiben. Nach der inter­nen Ordnung der Kolonie geht das eigentlich nicht, man behilft sich damit, dass der mennonitische Besitzer, der weiterhin als Besitzer verantwortlich bleibt, das Haus weitervermietet. Wer diese neuen Unter­mieter sind, ist in der Stadt­verwaltung in vielen Fällen nicht bekannt. Wenn da mal was los ist oder es unsauber aussieht, weiß man nicht, wen man ansprechen soll. Klar, verantwortlich ist letztlich der mennonitische Besitzer, dem man bei einem vernachlässigten Grundstück die zweifache Gebühr aufbrummen kann. Doch so weit will man ja nicht immer gern gehen. Also beschloss der Stadtrat, eine Kartei über alle Nichtmitglieder, die in Neu-Halbstadt wohnen, anzule­gen. Die mennonitischen Besitzer sind verantwortlich dafür, dass die Nichtmitglie­der mittels Ablichtung des Personalausweises in der Stadtverwaltung angemel­det werden. Dies ist zu ei­nem großen Teil bereits ge­schehen.
Der Stadtrat, der für die Jah­re 2009 und 2010 gewählt wurde, hofft mit dieser Maß­name, zu mehr Ordnung und Sauberkeit beizutragen, so dass allen Besuchern eine saubere und geordnete Stadt vorgezeigt werden kann.
ASUNC1ON (AR)

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